[Alternativen für den Notizblock: Der Traum vom Ende des Verzettelns | ZEIT ONLINE](https://www.zeit.de/digital/2024-12/alternativen-notizblock-schreiben-notizen-organisation-technologie) 

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 Wo ich bin, sind Zettel.

Gesprächsnotizen, ein Hinweis auf akute Gurkenknappheit im Kühlschrank, ein schneller Gedanke für den übernächsten Text, eine Erinnerung, wer was in welchem Podcast gesagt hat und wo man kommenden Donnerstag um 13.45 Uhr sein muss – all das habe ich irgendwo notiert, in Blöcken, Kladden, auf Post-its. Was ich aufschreibe, von Hand, kann ich mir besser merken ([und das geht nicht nur mir so](https://www.br.de/radio/bayern1/wie-kann-ich-mir-sachen-besser-merken-100.html)). Das Blöde ist nur: Was ich auf Papier notiere, habe ich zwar festgehalten. Im Zweifelsfall aber nicht dort, wo ich es am schnellsten wiederfinde.

Konsumgesellschaft sei Dank gibt es längst Firmen, die aus dem Wunsch, sich doch bitte nie wieder zu verzetteln, Produkte gemacht haben: Geräte mit Stift, mit denen man möglichst nah am Papier-und-Block-Gefühl schreiben kann. Geld gegen Gadget, Papier gegen Datei und Ordnung, das klingt für mich, als könnte das manches leichter machen. Die Tasche zum Beispiel. Oder gleich das ganze Leben.

Mich interessieren dabei weniger kleine technische Weiterentwicklungen und Finessen, sondern eher die Praxistauglichkeit der digitalen Notizgeräte: Ersetzen sie mir im Alltag tatsächlich Zettel und Stift? Ordnen sie mir besser, was ich niederschreibe? Einen Versuch wäre es wert. 

Oder besser: drei Versuche.

Ich teste das reMarkable Paper Pro, [Amazons](https://www.zeit.de/thema/amazon) neuen Kindle Scribe und den Tolino Vision Color. Drei Geräte, die in den letzten Wochen und Monaten erschienen sind und vor allem eines gemein haben: Sie setzen auf sogenannte E-Ink-Technologie, also auf Displays, die das Aussehen von Tinte oder Farbe auf Papier nachbilden wollen. 

Genau das, ein Schreibgefühl möglichst nah an Zettel und Stift, ist mir wichtig. Deshalb kommen für mich auch klassische Tablets nicht infrage, auch wenn es etwa für Apples [iPad](https://www.zeit.de/thema/ipad) ebenfalls einen Stift für handschriftliche Notizen gibt. Ich schreibe viel von Hand im Alltag – und mag nicht ständig auf spiegelglatten Glasdisplays herumkratzen. Außerdem hätte ich Lust auf Notizgadgets, die mir möglichst wenig Ablenkung und Notifikationen auf den Screen müllen – auch das erhoffe ich mir von den drei Testgeräten.

Übersicht:
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Der Maserati unter den Notiztablets: Das reMarkable Paper Pro
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**Der erste Eindruck:** Es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Das reMarkable Paper Pro ist ein sehr, sehr schönes Gerät. Dünn. Leicht. Wertig. Elegant. Das E-Ink-Display, das Schreibgefühl mit dem Stift, alles daran ist so angenehm, nahtlos und geschmeidig, wie ich es nie zuvor auf einem Tablet erlebt habe.

![](https://img.zeit.de/video/2024-12/6365898290112-still/wide__822x462)

Das reMarkable Paper Pro sieht edel aus. © Simon Gerlinger für ZEITONLINE

Das Gerät ist fast so groß wie eine DIN-A-4-Seite und eignet sich mit seinem breiten Display exzellent dafür, nicht nur ein paar Stichpunkte mitzuschreiben, sondern auch längere Gedanken, Vortragsnotizen oder umfangreichere Skizzen zu E-Ink zu bringen. Wer all das nicht nur hinschmiert, sondern auch noch Dateien strukturiert benennt und in Ordnern ablegt, bekommt gut sortiert lauter kleine Schnappschüsse seiner Gedanken und Planungsideen, konzentriert in einem dünnen Pad. Damit ausgestattet sehen sowohl mein Schreibtisch als auch meine Arbeitstasche plötzlich fast schon beunruhigend minimalistisch aus.

**Im Praxistest:** Schon die große Auswahl der Dokumentvorlagen bei reMarkable macht klar: Hier handelt es sich um ein Arbeitsgerät. Hat man den Screen vollgeschrieben, verlängert sich die Seite nach unten ins Unendliche. Man kann zwar auch Kalender und To-do-Listen pflegen, aber: Der Reflex, das DIN-A-4-Formatgerät im übervollen Bus zu zücken, um eine Einkaufsliste zu ergänzen, ist überschaubar. Dafür ist das Tablet zu raumgreifend, zu zweihändig in der Bedienung – und vielleicht auch etwas zu schade.

Andere Produkttester des reMarkables überschlagen sich vor Begeisterung über die dezente Hintergrundbeleuchtung des Displays, über seine Fähigkeit, Farben darzustellen und wie großartig es in Kombination mit der ausklappbaren Tastatur funktioniert, die man dazu kaufen kann. Beeindruckend, ohne Frage. Ehrlich gesagt käme ich aber auch ohne all das gut aus.

**Das Killerfeature:** Das Edelste am reMarkable Paper Pro ist, dass es fast nichts kann. Das dafür aber exzellent. Dieses Tablet hat keinen Browser, kein Slack, es kann keine Notifikationen und hat nicht mal Zugriff auf E-Mails. Es verkauft das Versprechen von Ablenkungsfreiheit, von Hyperfokus als Luxusgut. Das Gerät inklusive Stift wird in Deutschland ab 649 Euro aufwärts verkauft, in Kombination mit Buch- und Tastaturhülle landet man aber auch schnell bei fast 1.000 Euro. 

**Das enttäuscht**: Hakelig kann es werden, wenn man versucht, dem reMarkable seine Notizen wieder abzuringen. 

Wer sein reMarkable Paper Pro vollumfänglich nutzen möchte, sollte es bei der Einrichtung mit einem Account bei der Firma verknüpfen. Nur wenn man das getan hat und im WLAN hängt, kann man handschriftliches Gekritzel in getippten Text umwandeln. Was andere getestete Geräte auch offline bewältigen, erledigt reMarkable [nach eigenen Angaben](https://support.remarkable.com/s/article/Security-in-our-products-and-services) in einem separaten Bereich seiner Cloud-Infrastruktur.

Mit seinem Account verknüpft und online sein bedeutet bei reMarkable aber, dass die Notizdateien automatisch im Hintergrund in die Cloud und auf verknüpfte Geräte synchronisiert werden ([nach Herstellerangaben](https://support.remarkable.com/s/article/Pair-your-reMarkable-with-the-cloud) in Transport und Speicherung verschlüsselt auf von Google betriebenen Servern). Und: Der Hersteller hat auch den Import und Export von Dateien und Dokumenten primär um seine Cloud und die hauseigenen Apps herumkonzipiert.

All das will ich eigentlich nicht nutzen. Denn auch wenn nicht jede Arbeitsnotiz von mir eine Investigativrecherche ist, nicht jede To-do-Liste mein Innerstes nach Außen kehrt: Wenn ich ein Gerät im Arbeitsalltag verwenden soll, ist es mir (und [ehrlich gesagt auch nicht nur mir)](https://www.reddit.com/r/RemarkableTablet/comments/1evo89o/anyone_got_remarkable_banned_from_work/) schon wichtig, nicht alles über die Clouds und durch die Apps eines Start-ups zu jagen. Auch Alternativen wie den Versand von Notizdateien per Mail oder den Upload auf andere Cloudanbieter wie Google, Microsoft oder Dropbox finde ich unnötig kompliziert. Ich möchte meine Notizen einfach per Drag, Drop und USB-Kabel vom Tablet auf meinen Rechner ziehen. Und bin überrascht, wie schwer das reMarkable-Tablet mir das macht. Denn: Dateien auf meinen Rechner übertragen, das geht zwar auch ohne Wi-Fi-Verbindung. Allerdings nur mit einem Web-Interface, das man zusätzlich zur USB-Verkabelung so umständlich ansteuern muss, dass die meisten Kunden wohl gerne darauf verzichten werden.  

**Für wen ist das was?** Das reMarkable Paper Pro möchte das Moleskine des modernen Gedankenarbeiters sein. Es ist ein Gadget, das hypermobile Vielschreiber und notorische Hinkritzler mit überzeugender Technik und schickem Design sehr glücklich machen kann. Es ist auch ein Gerät, das die allermeisten Menschen nicht dringend brauchen werden – es sei denn, der Distinktionsgewinn eines solchen Hyperfokus-Notiz-Maseratis ist ihnen so viel wert wie 484 handelsübliche Spiralblöcke.

Die Holzklasse: Tolino Vision Color
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**Der erste Eindruck:** Hat man vorher das reMarkable Paper Pro in der Hand gehalten, ist es für ein Gerät leicht, mickrig zu wirken. Dicke schwarze Plastikränder, das Display gerade mal so hoch wie das meines Telefons – tatsächlich fühlt sich der Tolino Vision Color im direkten Vergleich an wie ein Rückfall in ein anderes Jahrzehnt.

![](https://img.zeit.de/video/2024-12/6365899642112-still/wide__822x462)

Der Tolino Vision Color ist klein und robust. © Simon Gerlinger für ZEITONLINE

Dieser Vergleich ist unfair, denn der Tolino Vision Color will eigentlich etwas anderes sein. Tolino ist die [deutschsprachige Antwort auf Amazons E-Book-Reader Kindle](https://www.zeit.de/digital/mobil/2013-03/ereader-tolino/komplettansicht) – eine Serie von Geräten, bei denen sich eigentlich alles ums digitale Bücherlesen dreht. 

Der Tolino Vision Color ist das neue Premiummodell der Reihe. Er will sehr vieles – und lässt doch wenig Zweifel, dass man das Lesen von E-Books noch immer als Kernaufgabe sieht. So hat das Gerät ein dickes Griffbrett mit Umblättertasten – und ohne ein Nutzerkonto bei thalia.de geht bei der Einrichtung gar nichts. Auch auf dem Startbildschirm dreht sich erst einmal alles um Bücherangebote. Schnell kann man aber zum neuen Side-Hustle dieses Tolinos navigieren – dem Reiter "Meine Notizbücher".  

**Im Praxistest:** Für große Schaubilder und wortreiche Gedankenstützen ist der Tolino Vision Color nichts – dafür reicht der Platz auf dem Display schlicht nicht aus. Ständig stoße ich mit meinen Notizen an den Rand des Eingabefeldes.

Es dauert merklich länger als auf dem reMarkable bis meine Stifteingaben auf dem Display erscheinen. Habe ich eine Seite vollgeschrieben, muss ich auf die nächste blättern – auch das mitunter ganz schön verzögert. Der Stift liegt leichter in der Hand – und beim Notieren berühre ich immer wieder versehentlich den Knopf, der Textpassagen im E-Book markieren soll und mir nun meine Notizen vollmalt. Wegen all dieser Hakeligkeiten entscheide ich schon bald: Dies ist kein Gerät für Fließtext, dies ist ein Notizblöckchen für den schnellen Bulletpoint. Und teste ihn ab da auch genau so.

Dabei wird die Robustheit des Geräts zur Stärke: Ich packe den Tolino Vision Color in meine Handtasche und schleppe ihn als privaten Dauerbegleiter mit mir herum. Suppengrün vergessen, Überweisung erledigt, Handwerker anrufen, Brettabmessung: 34 cm tief, 24 cm breit – notiere ich alles rein, anderthalbhändig, in der Supermarktkassenschlange, sogar im Nieselregen (Tolino vermarktet das Gerät als badewannenfest!). Das funktioniert prima – und ersetzt für mich über die Woche hinweg jede Menge Post-its, Einkaufszettel und sonstiges Papier. Viele Menschen, die mich dabei beobachten, fragen mich allerdings, warum ich dafür denn nicht die Notiz-App meines Smartphones nutze, tippend oder per Spracheingabe. Zu Recht.

Der bodenständige Tolino Vision Color kann auch einiges, was das reMarkable nicht vermag. Notizen einfach so über USB-Kabel auf den Rechner ziehen, zum Beispiel. Und, noch viel erstaunlicher: Auch im Flugmodus kann der Tolino Vision Color Handgeschriebenes in getippten Text konvertieren. Funktioniert auf Englisch und auf Deutsch ganz ordentlich (wenn auch nicht fehlerfrei). Auch für den raschen Notizfluss hat der Tolino Vision Color ein paar angenehme Kniffe eingebaut: Was ich zum Beispiel durchstreiche oder auskritzle, wird gelöscht – was beim Schreiben sehr viel angenehmer ist als gezielt den Radierer anzusteuern.

**Das Killerfeature:** Der Tolino Vision Color ist das, was man im Englischen als _Jack of all trades, master of none_ bezeichnet. Was mir mit "Alleskönner" zu positiv übersetzt wäre, mit "Hansdampf in allen Gassen" zu negativ. E-Books, Notizbuch, das Gerät kann aber auch Farben auf elektronischem Papier darstellen (wenn auch nicht besonders kräftig) und, ah: Hörbücher abspielen kann es auch (auf Bluetoothlautsprecher oder -kopfhörern). Es ist wesentlich günstiger als die anderen getesteten Geräte (169 Euro für den Reader plus 70 Euro für den Stylus), für die man viel bekommt. Zwar nicht in Perfektion, aber funktionsfähig.

**Das enttäuscht:** So viel im Tolino Vision Color auch steckt: Wirklich exzellent ist keine seiner Fähigkeiten. Ärgerlich, dass der Stift mitunter mitten in der Notiz die Zusammenarbeit aufkündigt – vermutlich, weil die Batterie leer ist. Vor allem aber stört mich die Umgewöhnung, die mir dieses Gerät, anders als die anderen Testgeräte, beim Abschied vom Papier abverlangt.

**Das ist die Zielgruppe:** Menschen, die unprätentiös lesen und kurze Stichpunkte notieren möchten. Zu einem überschaubaren Preis. 

Das Zwischending: Der Kindle Scribe
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**Der erste Eindruck:** Der Kindle Scribe ist ein Gerät, das für die ausführlicheren Notizen, die größeren Gedanken und Bücher designt wurde. Sein Display ist ein wenig kleiner als das reMarkable, es hat etwa das Format meines DIN-A-5-Spiralblocks. Wo Kindle auf dem Karton steht, ist aber natürlich vor allem ein E-Book-Reader drin: Ein Griffbrett wie beim Tolino findet sich zum Beispiel auch hier.

![](https://img.zeit.de/video/2024-12/6365898875112-still/wide__822x462)

Der Stift des Kindle Scribe gleitet flüssig über den Bildschirm. © Simon Gerlinger für ZEITONLINE

Anders als beim Tolino hakelt es aber nicht bei den Notizanwendungen: Der Stift liegt angenehm schwer in der Hand und gleitet flüssig über die E-Ink-Oberfläche. Auch hier gibt es eine umfangreiche Auswahl an Dokumentvorlagen, und Verschreiber kann man mit der Radierspitze des Stifts komfortabel entfernen. Das Lesen auf dem elektronischen Papier ist äußerst angenehm, auch bei Sonnenlicht.

**Im Alltagstest:** Auch dieses Gerät fügt sich angenehm nahtlos in meinen Notizalltag ein, hat nach nur wenigen Stunden einen festen Platz neben meinem Rechner. 

Das Enttäuschende an jeder technischen Innovation ist ja aber, wie blitzschnell man ihre anfangs so zauberhafte Convenience als selbstverständlich hinnimmt. Und sich immer mehr an Petitessen stößt. So wacht der Bildschirm des Kindle Scribe nicht immer auf, wenn ich auf dem Display herumhacke – und ständig taste ich den Rand auf der Suche nach der einen winzigen Aktivierungstaste ab. Anders als bei allen anderen Geräten haftet der Eingabestift nur an einer Seite magnetisch am Gerät – weil ich mir nicht merken kann, welche das ist, kullert er ständig auf die Tischplatte. Das stört mich persönlich mehr, als dass der Kindle Scribe – anders als der neue Kindle Colorsoft – keine Farbe darstellen kann.

**Das Killerfeature:** Wer Bücher nicht nur weglesen, sondern wirklich durcharbeiten will, war in den Anfangstagen des Kindle mit einem E-Book schlecht bedient: Man konnte zwar Passagen markieren, für fast alles andere eigneten sich Papier und Stift aber besser. Spätestens mit der "Active Canvas"-Funktion ändert Amazon das jetzt: Was man sich zwischen die Zeilen ins E-Book notiert, klebt wie ein Post-it auf der E-Book-Seite und der Text umfließt es.

**Das enttäuscht:** Eigentlich ist es wenig überraschend: Wer ein Amazon-Gerät kauft, der bekommt auch ein Amazon-Gerät. Schon bei der Einrichtung geht nichts ohne ein Konto beim größten Onlinebuchhändler der Welt – und so steigt man mit dem Scribe tief ins Amazon-Ökosystem ein. Dort, [kritisierte die Mozilla Foundation im vergangenen Jahr,](https://foundation.mozilla.org/de/privacynotincluded/amazon-kindle/) sei man nicht gerade zurückhaltend bei der Auswertung von Kundendaten zu Werbezwecken. Und um Datenschutz sorge man sich auch nicht allzu sehr.

Auch mit dem Kindle Scribe lassen sich die eigenen Notizen nicht einfach per USB-Kabel kopieren und verschieben. Das dient wohl einmal mehr Amazons Bestreben, [Copyright-Verletzungen und Sideloading einzudämmen](https://goodereader.com/blog/kindle/new-kindle-e-readers-no-longer-appear-on-computers). Das mag verständlich sein, um auch wirklich jedes herbeipiratierte oder fremdgekaufte Buch vom Gerät zu halten. Das macht es aber für Nutzer der Notizbuchfunktionen des Kindles ganz schön umständlich.  

Wer seine Notizen vom Kindle auch wieder runterholen möchte, muss sie stattdessen [per Mail versenden](https://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=TJE2UYmdw0ppUuR3Rs) – entweder als PDF in handschriftlicher Form oder, einmal durch die Cloud gejagt und mit ein wenig Wartezeit, im TXT-Format oder als durchsuchbares PDF. In meinem Test funktioniert diese Umwandlung bei kurzen Notizen auf Englisch gut. Auf Deutsch – egal ob kurze Stichpunkte zu einem Meeting oder einem längeren, komplizierten Fließtext – passierte allerdings überhaupt nichts. Es erscheint nicht einmal eine Fehlermeldung. Auch einen Button, mit dem das US-Amazon [KI-generierte Zusammenfassungen auf dem Kindle Scribe bewirbt](https://www.aboutamazon.com/news/devices/kindle-scribe-new-features), suche ich mit deutschen Einstellungen vergeblich.  

Der Kindle Scribe sichert ein [Backup der Notizdateien in seiner Cloud](https://www.amazon.com/gp/help/customer/display.html?nodeId=GDCAMDFMC2LZP6BR), wenn Nutzer dies nicht in den Einstellungen unterbinden.  

**Die Zielgruppe:** Wer eh schon knietief im Amazon-E-Book-Ökosystem hängt, kann mit dem Kindle Scribe ein sehr angenehm gestaltetes Gerät fürs digitale Notieren und Lesen bekommen. Wenn einen die noch tiefere Verstrickung in ebendieses Ökosystem nicht abschreckt. Oder der Preis (ab 420 Euro für die 16-Gigabyte-Variante).  

Fazit
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Der Umstieg von traditionellem hin zu elektronischem Papier wäre möglich, praktisch, sogar ziemlich nahtlos – denn technisch gesehen sind die Möglichkeiten da.

Alle getesteten Geräte verfügen über lange Akkulaufzeiten, haben Displays und Eingabestifte, mit denen das Schreiben von Hand okay bis grandios gut funktioniert. Gerade das reMarkable Paper Pro und der Kindle Scribe haben das Schreiben auf der elektronischen Papieroberfläche so perfektioniert, dass der Abschied vom haptischen Block sich kaum wie eine wirkliche Umstellung anfühlt.  

Ich persönlich habe allerdings gemerkt, dass ich dafür noch ein wenig zu geizig bin. Gar nicht in erster Linie, weil die Geräte ziemlich teuer sind. Sondern weil ich meine Gedanken und Mitschriften ganz gerne bei mir behalte – oder zumindest selbst entscheiden möchte, welche ich in Clouds aufbewahren und synchronisieren möchte. Und es stört mich, wenn mir das zu schwer oder unnötig kompliziert gemacht wird.

Ich selbst werde erst einmal bei Stift und Papier bleiben. Womit ich, wie ich bei der Recherche gelernt habe, nicht allein bin. Auch OpenAI-Chef Sam Altman bekannte sich kürzlich bei einem Interview [zur handschriftlichen Zettelnotiz, sprach sogar Produktempfehlungen aus](https://www.instagram.com/reel/DAZTC7UpkD7/?utm_source=ig_embed&utm_campaign=loading). Offenbar teilt er sogar meine Liebe zu Tintenrollern der Firma Uniball. Als ich das erfuhr, war die Nachbestellung eines Zehnerpacks der Stifte schon auf dem Weg zu mir. Via Amazon, übrigens.