##  Meta: Es kann nicht nur Highperformer geben

Mark Zuckerberg will bei Meta "leistungsschwache" Mitarbeiter loswerden. Daran sollte sich niemand orientieren. Wer so aussortiert, schadet sich selbst.

15\. Januar 2025, 18:21 Uhr

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 ![Meta: Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will nur mit den Besten arbeiten. Alle anderen sollen gehen.](:/3d9e1f4a89a94d40851b5f94ab36c28d)

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will nur mit den Besten arbeiten. Alle anderen sollen gehen. © Laure Andrillon/​Reuters

Erst mussten die Faktenchecker gehen, nun sind die Low-Performer dran. Mark Zuckerberg will in seinem Konzern [Meta](https://www.zeit.de/thema/meta), der hinter Facebook, Instagram und WhatsApp steht, künftig die Leistungslatte höher hängen und die schwächsten fünf Prozent aller Beschäftigten aussortieren. Rund [3.600 Angestellte](https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2025-01/mark-zuckerberg-facebook-meta-fuenf-prozent-entlassung-leistung) will er auf diese Weise entlassen.  

Die Idee, nur mit den allerbesten, fleißigsten und großartigsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und alle anderen abzuschütteln, ist nicht neu. Schon in den Neunzigerjahren hat der US-amerikanische Manager [Jack Welch](https://www.zeit.de/karriere/beruf/2016-05/low-performer-chef-leistung-mitarbeiter-kontrolle), jahrelang Chef bei General Electric, zwischen High- und Lowperformern unterschieden und empfohlen, sich von den schwächsten zehn Prozent zu trennen. Amazon-Gründer Jeff Bezos führte einige Jahre später wöchentliche Mitarbeiter-Rankings ein und nannte das Ganze ["*Purposeful Darwinism*"](https://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/17/amazon-management-fad-rank-yank-jeff-bezos).

Auch der Streamingdienst Netflix setzt seit mehr als zehn Jahren ausschließlich auf Highperformer. Mit dem sogenannten *Keeper's Test* werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussortiert, die nicht zu den allerbesten gehören. Die entscheidende Frage lautet: Würde ich alles dafür tun, um diese Person zu halten? Verneinen Führungskräfte das, muss sie gehen.   

## Das System schadet auch denen, die bleiben

Nun ist auch Mark [Zuckerberg](https://www.zeit.de/thema/mark-zuckerberg) überzeugt davon: Einen weniger guten Mitarbeiter feuern, um einen fantastischen einzustellen, führt zu Spitzenleistungen. Kurzfristig mag das stimmen, langfristig schaden Unternehmen damit vor allem den Angestellten, die bleiben dürfen – und sich selbst.  

Nicht nur die Wirtschaft insgesamt, sondern sogar die Tech-Branche strauchelt (Meta hat 2022 und 2023 schon [rund 20.000 Leute entlassen)](https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2023-03/meta-facebook-mark-zuckerberg-entlassungen). Logisch, dass Unternehmen in diesen Zeiten nach Strategien suchen, erfolgreicher zu werden. Doch andere Firmen sollten sich kein Beispiel an Zuckerberg nehmen.  

## Druck führt nur zu noch mehr Stress

<mark>Eine solche Unternehmenskultur führt vor allem zu mehr Stress.</mark> Schon heute fühlt sich fast die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen oft hohem Druck und Belastungen ausgesetzt, das hat eine [Forsa-Umfrage](https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/mentalload) im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse ermittelt. Wer nun Angestellte noch stärker kontrolliert und fordert, übermäßig zu performen, erhöht den Druck. Und der führt im schlimmsten Fall dazu, dass Mitarbeiter [krank werden](https://www.zeit.de/arbeit/2023-06/stress-arbeit-beruf-resistenz/komplettansicht) oder freiwillig gehen.  

<mark>Ebenso dürften regelmäßige Leistungskontrollen dem Teamgeist schaden</mark>. Wer stets nur noch darum bemüht ist, selbst die besten Ergebnisse zu liefern, bei der Chefin als besonders fleißig aufzufallen, verliert den Blick für das gemeinsame Ziel. <mark>Egoismus wird belohnt – dabei brauchen Unternehmen Angestellte, die kooperieren und kreativ sind.</mark> Beschäftigte sind dann am produktivsten, wenn sie sich im Team wohlfühlen. Das ist den meisten wichtiger, als viel Geld zu verdienen, [zeigen Umfragen](https://www.zeit.de/news/2024-09/25/umfrage-nette-kollegen-wichtiger-als-netter-chef).

## Teure Kündigungen

Und Geld kostet das ständige *hire and fire* von Mitarbeitern, die mal ein paar Monate unter dem Durchschnitt performen, ohnehin. [Experten schätzen](https://www.business-punk.com/2024/02/so-teuer-ist-eine-mitarbeiterkuendigung-fuer-unternehmen/), dass eine Kündigung ein Unternehmen im Schnitt 43.000 Euro kostet. <mark>Statt also leichtfertig Kollegen gehen zu lassen, die noch in ihre Rolle reinwachsen können, sollten Chefinnen und Chefs Angestellte fördern und weiterbilden. Das führt auch dazu, dass Mitarbeitende loyal sind und langfristig bleiben – in Zeiten des Fachkräftemangels ist das viel wert.</mark>

<mark>Vorgesetzte sollten sich, um teure Kündigungen zu verhindern, auch mehr Zeit und Mühe bei der Einstellung von neuem Personal geben.</mark> Alle paar Monate vermeintlich wenig leistende Angestellte auszusortieren, ist nicht nur unternehmerisch, sondern auch ethisch fragwürdig. Schließlich sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kein Möbelstück oder Küchengerät, bei dem man sich im Marie-Kondo-Stil ständig fragen kann: *Does [it still spark joy](https://www.zeit.de/zeit-magazin/mode-design/2019-11/marie-kondo-online-shop-konmari-aufraeumexpertin-ramsch-kritik)*?