last edited: Tue, 30 Mar 2021 18:40:52 +0200   
!! Vorläufig arbeiten wir im tr'ensemble-Training noch nicht an abatimbo-Tänzen.






Women Burundi Drummers
by Bruce Baker on YouTube

Die abatimbo-Trommeltänze sind schätzungsweise über 5 Jahrhunderte alt. Sie sind eine enthusiastische Darbietung, mit der früher das Volk von Burundi seine Könige zu verherrlichen pflegte. Die Monarchie selbst wurde durch die Trommel ingoma y'uburundi symbolisiert - der Name der Trommel bedeutet wörtlich "Königreich Burundi". In der Zeit des Königreichs von Burundi dienten diese Darbietungen ausschließlich der Unterhaltung der königlichen Familie. Doch als das Königreich 1966 von Premierminister Michel Micombero abgeschafft wurde, wurde der Tanz von der normalen Bevölkerung übernommen, da viele Leute von der Art und Weise, wie der Tanz Leben in ihren Alltag brachte, begeistert wurden. Ohne diese Kunstform gelten heute in Burundi gesellschaftliche Feiern wie Geburtsfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen usw. als unvollständig. Trommeln erfordern eine Gruppe von Trommlern - sie können nicht wie andere traditionelle Musikinstrumente von einer einzelnen Person gespielt und aufgeführt werden. Es war nur logisch, dass es seit dem Ende der Monarchie allen Burundern, Männern und Frauen, die innerhalb und außerhalb des Landes leben, erlaubt war, sie zu spielen. Auf diese Weise sind die burundischen Trommeln zu einem öffentlichen Raum des Ausdrucks von Freiheit geworden. Diese Freiheit wird jedoch durch ein präsidiales Dekret aus dem Jahr 2017 bedroht, das festschreiben will, wer burundische Trommeln spielen darf.

Burundi ist ein kleines Land mit etwa 8 Millionen Einwohnern, das im Osten Afrikas liegt. Trommeln haben eine wichtige symbolische Bedeutung im Leben der lokalen Bevölkerung. Früher war sie ein Mittel der Kommunikation. Auch bei Schlachten war die Trommel wichtig. Die Seite, die die Trommel des Gegners erbeutete, gewann die Schlacht. Die Trommel diente als Symbol für die Mutterschaft. Verschiedene Teile der Trommel haben Namen wie z.B. Brust oder Gebärmutter.

Die Trommel namens karyenda wird immer noch als heilig angesehen. Sie war das Symbol der ganzen Nation und ihrer Könige (mwami;). Die zweite wichtige Burundi-Trommel war die rukinzo. Beide Trommeln begleiteten die Könige bei allen Anlässen wie z.B. Krönungen.

Die Trommeln werden in Trommel-Heiligtümern aufbewahrt. Einige der berühmten Orte, die für diesen Zweck genutzt werden, sind der Gishora-Hügel, der Higiro-Hügel, der Magamba-Hügel und Banga. Hutu-Familien, die diese Heiligtümer bewachen, werden abatimbo (in der Kurundi-Sprache "Trommler, die hart schlagen") genannt. Sie bewachen nicht nur die Trommeln, sie bauen und spielen sie auch. Früher hatten sie die Pflicht, sie bei Bedarf an den königlichen Hof zu bringen.

Mehr zu abatimbo:
http://music.africamuseum.be/instruments/english/burundi/burundi.html
https://blogs.lse.ac.uk/africaatlse/2020/06/22/burundian-drumming-crossroads-heritage-commodification-legislation/
http://www.burundisafari.com/en/attractions/details/13/abatimbo-burundian-drummers/
https://ngaaliinflightmag.com/abatimbo-dance-an-intangible-cultural-heritage-of-humanity/
https://kwekudee-tripdownmemorylane.blogspot.com/2014/01/the-royal-drummers-of-burundi-drummers.html
https://globalgaz.com/royal-drummers-burundi/