last edited: Sun, 13 Sep 2020 10:50:48 +0200  

Pungmul [pʰuːŋmul] ist eine koreanische Tradition, die aus Trommel- und Oboespiel, Gesang und Tanz besteht. Üblicherweise werden die Stücke draussen gespielt und getanzt, da sie ursprünglich Teil der kollektiven Bauernarbeit und -kultur waren. Die Stücke wurden während und nach der Feldarbeit sowie zu gemeinschaftsbildenden dörflichen Anlässen, schamanistischen Ritualen und Maskentheater gespielt und getanzt. Dutzende Tänzer und Musiker bewegen sich fortwährend dabei. Pungmul wird noch heute an Festen in den Dörfern gespielt, z.B. am ersten Vollmond im Mond-Jahr oder am Erntedank- und Ahnen-Fest im Herbst. Seit den 1980er Jahren gibt es aber auch viele Studenten-Clubs und Amateur-Gruppen in Seoul und anderen Städten, die Pungmul spielen. Pungmul findet immer in der Gemeinschaft statt. Eine strikte Abgrenzung von Musikern und Zuschauern gibt es nicht, die „Bühne“ ist der Dorfplatz, ein Feld oder die Gassen von Seoul.

논산 노성산 애향탑  두레풍물

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논산연합두레풍물소리

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논산전통두레풍장 충청남도 대표 논산시전통두레 풍물보존회 59회 한국민속예술축제 대통령상

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Aus den Traditionen von Pungmul, schamanischer Ritualmusik und der Musik der fahrenden Entertainer, der Namsadang, entwickelten vier Meistertrommler Ende der 1970er Jahre eine modernisierte Bühnenform, die sofort ein einschlagender Erfolg war. Die Gruppe um Meistertrommler Kim Duk Soo nannte sich „SamulNori“. Samulnori entwickelte sich in den 1990 Jahren zu einem eigenständigen koreanischen Musikgenre, das auch international viel Beachtung fand und zu spannenden Kollaborationen mit anderen Weltmusik Genres, sowie mit Jazz, Pop und Hip Hop führte. Samulnori wird im Gegensatz zu Pungmul oft im Sitzen gespielt.

Samulnori-Aufführung mit Kim Duk Su 김덕수:
김덕수 / 사물놀이 :圧巻!キム・ドクスのサムルノリ

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Charakteristisch für Pungmul und Samulnori ist die enge Verknüpfung von Musik und Bewegung und eine Vorliebe für ungerade Rhythmen, was der Musik ihre ganz eigene, unverkennbar koreanische Vitalität und Kraft verleiht.

Ein Pungmul- oder Samulnori-Ensemble verwendet immer folgende vier perkussiven Instrumente: den grossen Gong Jing, den kleinen Gong Kkwaenggwari, die Sanduhrtrommel Janggu und die Fasstrommel Buk. Das sind die vier ältesten und prominentesten Perkussionsinstrumente Koreas, die mit schamanischem und bäuerlichem Volksbrauchtum eng verknüpft sind.