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© Copyright 2020 Mauricio Bensch (mein-deutschbuch.de)

Konditionalsätze geben eine Bedingung an. Die entsprechenden Fragewörter lauten: "Wann" und "Unter welcher Bedingung":

    Unter welcher Bedingung heiratest du mich? - Wenn du Millionär bist.
    Wann hilft Joachim Elke? - Wenn er Zeit hat.

Ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz) ist ein Nebensatz, der mit "falls", "sofern", oder "wenn" eingeleitet wird (Fragewort = "wann", Konjunktion = "wenn" / Vokalwechsel a - e beachten!). Der Nebensatz formuliert die Bedingung, die erfüllt sein muss, damit die Folge, die im Hauptsatz angegeben wird, realisiert werden kann. Bedingungssätze können nicht in der Vergangenheit stehen!

Hauptsatz + Nebensatz

Wann ärgern Sie sich?     
Ich ärgere mich,     wenn sich meine Mitarbeiter verspäten.
Wann werden Mitarbeiter fristlos entlassen?     
Mitarbeiter werden fristlos entlassen,     wenn sie Betriebseigentum entwenden.
Wann loben Sie Ihre Mitarbeiter?     
Meine Mitarbeiter werden gelobt,     falls sie sich besonders für die Firma eingesetzt haben.
Wann wird es Lohnerhöhungen geben?     
Man könne erst über Lohnerhöhungen nachdenken,     wenn sich die Produktivität in unserem Unternehmen verbessert hat.

Nebensatz + Hauptsatz

Wenn sich meine Mitarbeiter verspäten,     ärgere ich mich.
Wenn die Mitarbeiter Betriebseigentum entwenden,     werden sie fristlos entlassen.
Wenn sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma eingesetzt haben,     werden sie selbstverständlich gelobt.
Wenn sich die Produktivität in unserem Unternehmen verbessert hat,     könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.

Verb Position 1 + Hauptsatz

Die Konjunktion "wenn/falls/sofern" kann auch weggelassen werden. In diesem Fall steht das konjugierte Verb auf Position 1:

Verspäten sich meine Mitarbeiter,     ärgere ich mich.
Entwenden die Mitarbeiter Betriebseigentum,     werden sie fristlos entlassen.
Haben sich meine Mitarbeiter besonders für die Firma eingesetzt,     werden sie selbstverständlich gelobt.
Hat sich die Produktivität in unserem Unternehmen verbessert,     könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.

Nominalisierung von Konditionalsätzen

Eine konditionale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "bei" (+Dativ), "mit" (+ Dativ), "durch" (+ Akkusativ), "ohne" (+ Akkusativ), "im Falle" (+ Genitiv) sowie "im Falle von" (+ Dativ):

Im Falle einer Verspätung meiner Mitarbeiter ärgere ich mich.
Bei Entwendung von Betriebseigentum werden die entsprechenden Mitarbeiter fristlos entlassen.
Bei besonderem Einsatz für die Firma werden die Mitarbeiter selbstverständlich gelobt.
Im Falle einer Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man über Lohnerhöhungen nachdenken.
Ohne eine Verbesserung der Produktivität in unserem Unternehmen könne man nicht über Lohnerhöhungen nachdenken.



    Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.
    Die Präposition "ohne" entspricht immer einer negativen Bedingung.

Konditionale Adverbien

Auch Adverbien können Sätze verknüpfen. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem Hauptsatz. Die beiden konditionalen Adverbien lauten "sonst" und "andernfalls". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Besonderheit: Einer von beiden Sätzen wird negiert.

Die Mitarbeiter dürfen sich nicht verspäten. (Sie müssen pünktlich sein.)     Andernfalls     ärgere     ich mich.
Die Mitarbeiter sollten kein Betriebseigentum entwenden. (Sie dürfen nicht stehlen!)     Sie     werden     sonst fristlos entlassen.
Die Mitarbeiter müssen sich für die Firma besonders einsetzen.     Andernfalls     werden     sie nicht gelobt.
Die Produktivität in unserem Unternehmen sollte sich verbessern.     Andernfalls     könne     man nicht über Lohnerhöhungen nachdenken.

Siehe auch: Irreale Bedingungssätze