
Die
janggu/janggo 장구 (杖鼓) ist eine sanduhrförmige Trommel, die im
pungmul und weiteren koreanischen traditionellen Musik-Genres verwendet wird. Sie besteht aus einem gedrechselten Klangkörper und wird zweiseitig mit je einem Trommelfell verschiedener Dicke bespannt. Mit einem Bambusstock,
ch‘ae genannt, wird auf dem höher gestimmten Fell
yeol-pyeon einen
tak-Klang und mit einem anderen Bambusstock mit Ballen auf beiden Fellen ein
kung-Klang erzeugt.
Spiel und Tanz
Die
janggu als Teil des traditionellen Ensembles mit vier verschiedenen Perkussions-Instrumenten (zwei unterschiedliche Gongs und zwei unterschiedliche Trommeln) wird bei Volksfesten, zeremoniellen Anlässen und zur Begleitung der Feldarbeit gespielt, teilweise in Formationen von bis zu 60 TeilnehmerInnen. Sie wird original (und auch bei uns im
tr'ensemble-Training) in der Fortbewegung, d.h. im Gehen und im Tanzen gespielt. Es gibt also keine Aufteilung der Rollen in TrommlerIn und TänzerIn.

농악명인전 1. 김동언류 설장구
by 로얄 나폴리탄 갤리스 on YouTubeUrsprung
Alle sanduhrförmigen Trommeln stammen aus dem zentralasiatischen Gebiet Khotan, wo sie schon im 2. Jahrhundert abgebildet wurden. Sie waren immer aus Holz und wurden mit Stöcken geschlagen. Sie wurden bis ins 7. Jahrhundert in Baktrien und Tokharistan häufig dargestellt, scheinen nach dem 14. Jahrhundert aber aus diesen Regionen verschwunden zu sein. Sie hatten im iranischen Kulturraum die Bezeichnungen
kûba,
kûma und
fenjân.
1 Sie existieren heute noch in Kerala (Südindien) unter dem Namen
idakka und in Korea unter dem Namen
janggu. Nach Korea gelangten sie wahrscheinlich über China, wo sie inzwischen
yaogu,
hugu oder
xiyugu genannt werden und ihre ursprüngliche Sanduhr- durch eine längliche Fassform abgelöst wurde.
1
https://www.cais-soas.com/CAIS/Music/drums.htm
Daoist ensemble from a mural in the Yongle gong temple, Shanxi province, 1358 CE
Public domain, via Wikimedia CommonsEinfluss auf Kodō und kumi-daiko
In den 1980er Jahren trafen sich die
kumi-daiko2-Gruppe Kodō und die koreanische Gruppe Samul Nori
3. Bei einem ihrer Treffen probierte das Kodō-Mitglied Saitō Eiichi die
janggu aus und war beeindruckt von der Art und Weise, wie die koreanischen Trommler beide Seiten der Trommel spielen.
4 Die Kodō-Mitglieder sahen das Potenzial, diesen Stil für die
okedō-daiko zu adaptieren, und begannen zu experimentieren. Sie passten sogar deren Bauweise an. Diese Variante der
okedō-daiko wurde als
katsugi okedō-daiko かつぎ桶太鼓 bekannt.
2 zu kumi-daiko siehe
wadaiko
3 zur Gruppe Samul Nori siehe
pungmul
4 Kodo Cultural Foundation. 2011. Inochi Moyashite, Tatakeyo. -Kodo 30-Nen no Kiseki – いのちもやして、たたけよ。-鼓童30年の軌跡ー. Tokyo: Shuppan Bunka Sha Corporation.