tr'ensemble | Taiko, Eisa & Pungmul in Basel
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  last edited: Sun, 30 Oct 2022 11:52:52 +0100   
Teil der okinawaischen Kultur ist ihre Sprache, uchinaa-guchi, gesprochen auf der südlichen Hälfte der Insel Okinawa. Ein Wörterbuch ist hier einsehbar: https://www.kozaweb.jp/featureCategories/show/16. Hier ein paar Wörter, die wir anwenden können, wenn wir eisa trainieren.

  • Guten Morgen: ukimi soo chii
  • Guten Tag / Guten Abend: chuu uganabira (höflich, nur an eine Gruppe gerichtet); hai (informell); haisai (höflicher, im Naha-Shuri-Dialekt nur von männlichen Personen verwendet, wobei dann haitai die weibliche Form bildet)
  • Willkommen: mensooree
  • Ich bin XY: wanne XY di ichoibin (zur Aussprache siehe https://youtu.be/6jYUQiuohho?t=36 )
  • Es freut mich, dich/Sie kennenzulernen: hajimiti uganabira
  • Lass uns uns gegenseitig unterstützen (sinngemäss): mi shicchooti kuimiseebiri 見知っちょーてぃ 呉みせーびり (höflich); mi shicchooti kuimisoori (weniger formell); mi shicchooti kuimiyoo (informell) (zur Aussprache siehe https://youtu.be/RFnuHGhD3X8?t=105 )
  • Danke: nihee deebiru
  • Auf Wiedersehen: mata yaa (informell); mata yaasai (höflicher, im Naha-Shuri-Dialekt nur von männlichen Personen verwendet, wobei dann mata yaatai die weibliche Form bildet)


Mehr zur Einordnung von uchinaa-guchi im Kontext der 6 Ryukyuu-Sprachen, die alle vom Verschwinden bedroht sind:
https://www.youtube.com/watch?v=Now3rFJH6Is

   
michijunee 道ジュネー ist eine künstlerische Darbietung und ein Festumzug für Ahnengedenkfeiern, die in der Präfektur Okinawa zusammen mit eisa abgehalten werden.

Ursprünglich sind die darstellenden Künste Okinawas eng mit Ritualen verbunden. michijunee ist eines von ihnen. obon findet in Okinawa an drei Tagen statt, vom 13. bis zum 15. Juli, wobei der 13. Juli unkee ウンケー genannt wird, der Tag, an dem die Ahnen aus dem Jenseits willkommen geheißen werden; der 14. Juli nakanuhi ナカヌヒ, der mittlere Tag des obon; und der 15. Juli uukui ウークイ, der Tag, an dem die Ahnen, die zum obon kamen, verabschiedet werden. An diesem letzten Tag des obon findet die Prozession michijunee durch die Straßen des Dorfes statt, bei der den Ahnen Opfergaben dargebracht werden.

Der Zweck der Prozession besteht darin, sich den Göttern des utaki (heilige Stätte) oder des uganju (Kultstätte) des Dorfes zu präsentieren, bevor im Dorf dann die Opferzeremonie durchgeführt wird.

Eine große Prozession von Tänzern, Shinto-Priestern und Dorfbeamten, angeführt vom hatagashira und gefolgt von den tanzenden Göttern Löwe, Maitreya und dem Oberhaupt der Familien-/Geschäftsvorstehern, zieht unter Musik durch das Dorf. Die Gruppe  geht von Haus zu Haus im ganzen Dorf, spricht ein Gebet für die sichere Rückkehr der Geister der Vorfahren jeder Familie ins Jenseits (gusoo グソー, was "die andere Welt" bedeutet) und tanzt dann eisa. Nach dem Tanzen erhält die Gruppe Awamori und Geld und geht zum nächsten Haus, wo sie die Gebete und den Tanz wiederholt.

Heutzutage kann die Prozession auf einer provisorischen Bühne anstelle einer Parade stattfinden. Es kann auch Tag und Nacht während des Bön-Festes nach dem alten Kalender oder mehrere Nächte hintereinander ab dem Begrüßungstag (unkee) des Bön-Festes aufgeführt werden. Darüber hinaus werden während dieser michijunee Spenden von jeder Familie entgegengenommen, die eine wichtige Geldquelle für die Aktivitäten der eisa-Jugendverbände darstellen.

Vor dem Krieg wurde eisa in jedem Vorhof eines Hauses separat getanzt, aber heute ist es üblich, dass eisa auf den Straßen oder Plätzen vor den Häusern getanzt wird.

Darüber hinaus hat sich das michijunee auch zu einer Veranstaltung am Vorabend des Okinawa Zentou ("gesamte Insel") Eisa Matsuri entwickelt.

Das Gefäss, in dem der gespendete Awamori gesammelt wird, heisst katamigwaa カーミグワー oder hantoo ハントー. Die Tänzer, die das Gefäss tragen, heissen je nach Dorf oder Stadtteil anders. In Heshikiya 平敷屋 (Stadtteil von Uruma) heissen sie meewachi メーワチ, während die übrigen chondaraa dort nakawachi ナカワチ heissen. In Yakena 屋慶名 (Stadtteil von Uruma) werden sie sakekatamiyaa サケカタミヤー genannt. In Henna 平安名 (Stadtteil von Uruma) werden sie hantoo katamiyaa ハントーカタミヤー genannt.

Die heshikiya seinenkai haben ein Lied namens 'Nigou ko', in dem gesungen wird: 'Zwei Gou (0.18 Liter) bitte, weil die Balance mit nur einem Gou schlecht ist'.

  last edited: Wed, 18 May 2022 15:21:21 +0200   

eisa エイサー ist eine Form des Volkstanzes, die von der Insel Okinawa stammt. Ursprünglich ist es ein obon-Tanz, der in den Ortschaften während des Obon-Festivals aufgeführt wird, um die Geister ihrer Vorfahren zu ehren. Wahrscheinlich stammt der Name eisa von einem Ausruf, der im traditionellen Lied mamauya ninbuchi 継親念仏 verwendet wird.






2018敬老の日 平安名青年会 ② 別れあしびー hennna-seinennkai keirounohi wakareasibi
by 愛草 エイサーch on YouTube


Der Kern von eisa besteht aus nembutsu-Liedern. nembutsu wurden von Taichū 袋中 (1552–1639), einem Mönch des Amitabha-Buddhismus', nach Okinawa gebracht und von chondaraa 京太郎, Gruppen von Puppenspielern, in alle Gegenden Okinawas gebracht.

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chondaraa






屋慶名青年会 2019/8/25 読谷村青年エイサー祭り
by m jun on YouTube


Charaktieristisch bei eisa ist der in Okinawa verbreitete Hand-Tanz tii-uduri ティーウドゥリ.

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tii-uduri

Modernes eisa


Obwohl es insbesondere in Uruma noch Vereinigungen gibt, die die ursprüngliche rund zweihundertjährige Form von eisa bewahrt haben, d.h. noch in der Mönchs-/Bauernkluft und barfuss tanzen sowie z.T. noch nenbutsu singen (so die Vereinigungen heshikiya, henna, nishihara oder yonashiro), hat eisa insgesamt nach dem zweiten Weltkrieg starke Wandlungen durchgemacht.

Modernes eisa wird in grossen Gruppen getanzt, hauptsächlich in doppelten Linien oder Kreisen, begleitet von Gesang, Trommeln spielenden Tänzern und sanshin. Je nach regionalem Stil werden drei Arten von Trommeln verwendet:

  • die paarankuu パーランクー, eine kleine Handtrommel, die denen ähnelt, die bei buddhistischen Zeremonien verwendet werden
  • die ufudeeku 大太鼓, eine große Trommel (nicht Teil der traditionellen Form; manchmal in Kombination mit paarankuu);
  • die shimedeeku 締太鼓, eine mittelgroße Trommel ähnlich der im Noh-Theater verwendeten (auch diese Trommel ist nicht Teil der traditionellen Form; meist in Kombination mit ufudeeku);
Die Tänzer spielen manchmal auch kleine Handgongs und yotsutake-Kastagnetten. Eisa-Tänzer tragen verschiedene Kostüme, normalerweise nach lokaler Tradition und Geschlecht des Tänzers; Moderne Kostüme sind oft bunt und haben einen charakteristischen, farbenfrohen, geknoteten Turban. Beliebt sind auch spezielle Westen, Leggings und Schuhe.

Oft bringt eine Eisa-Gruppe zu einer Aufführung einen Fahnenpfahl hatagashira 旗頭 mit. Auf der 3 bis 4 Meter hohen Fahne steht in der Regel der Name des Gruppe (meist eine Ortsbezeichnung).

Der oder die sanshin-Spieler gehen an der Spitze oder am Schluss des Umzugs mit und spielen und singen die Lieder.

Heutzutage malen die chondaraa ihre Gesichter weiß an und spielen manchmal die Rolle von Clowns neben den heroischen Trommeln und anmutigen Handtänzen. Manchmal sind sie auch für die Organisation der Prozession verantwortlich.

Abgrenzung


Auf den Yaeyama-Inseln wird Bon-Tanz normalerweise angama genannt und von nembutsu-Liedern begleitet. Die Amami-Inseln haben auch nembutsu-Lieder, aber zumindest einige von ihnen gehören möglicherweise zu einer anderen Tradition als Okinawas chondaraa. Diese Traditionen gehören nicht zu eisa. eisa gilt als spezifisch für die Okinawa-Inseln.

Mehr zu eisa:
https://eisa-museum.jp/eisa/
http://www.shinjuku-eisa.com/about/

  last edited: Fri, 04 Mar 2022 22:26:04 +0100   

Pungmul [pʰuːŋmul] ist eine koreanische Tradition, die aus Trommel- und Oboespiel, Gesang und Tanz besteht. Üblicherweise werden die Stücke draussen gespielt und getanzt, da sie ursprünglich Teil der kollektiven Bauernarbeit und -kultur waren. Die Stücke werden während und nach der Feldarbeit sowie zu gemeinschaftsbildenden dörflichen Anlässen, schamanistischen Ritualen und Maskentheater gespielt und getanzt. Dutzende Tänzer und Musiker bewegen sich fortwährend dabei. Pungmul wird noch heute an Festen in den Dörfern gespielt, z.B. am ersten Vollmond im Mond-Jahr oder am Erntedank- und Ahnen-Fest im Herbst. Seit den 1980er Jahren gibt es aber auch viele Studenten-Clubs und Amateur-Gruppen in Seoul und anderen Städten, die Pungmul spielen. Pungmul findet immer in der Gemeinschaft statt. Eine strikte Abgrenzung von Musikern und Zuschauern gibt es nicht, die „Bühne“ ist der Dorfplatz, ein Feld oder die Gassen von Seoul.






논산시전통두레풍물보존회 비봉류습장군축제
by 주시준 주옥농장 on YouTube







진도북놀이가 가요 무대에 섰을 때
by 진도문화예술연구회 on YouTube







논산연합두레풍물소리
by 송동의 on YouTube







논산전통두레풍장 충청남도 대표 논산시전통두레 풍물보존회 59회 한국민속예술축제 대통령상
by 주시준 on YouTube

Aus den Traditionen von Pungmul, schamanischer Ritualmusik und der Musik der fahrenden Entertainer, der Namsadang, entwickelten vier Meistertrommler Ende der 1970er Jahre eine modernisierte Bühnenform, die sofort ein einschlagender Erfolg war. Die Gruppe um Meistertrommler Kim Duk Soo nannte sich „SamulNori“. Samulnori entwickelte sich in den 1990 Jahren zu einem eigenständigen koreanischen Musikgenre, das auch international viel Beachtung fand und zu spannenden Kollaborationen mit anderen Weltmusik Genres, sowie mit Jazz, Pop und Hip Hop führte. Samulnori wird im Gegensatz zu Pungmul oft im Sitzen gespielt.

Samulnori-Aufführung mit Kim Duk Su 김덕수:






김덕수 / 사물놀이 :圧巻!キム・ドクスのサムルノリ
by irie1948 on YouTube

Charakteristisch für Pungmul und Samulnori ist die enge Verknüpfung von Musik und Bewegung und eine Vorliebe für ungerade Rhythmen, was der Musik ihre ganz eigene, unverkennbar koreanische Vitalität und Kraft verleiht.

Ein Pungmul- oder Samulnori-Ensemble verwendet immer folgende vier perkussiven Instrumente (diese nennen sich samul): den grossen Gong Jing, den kleinen Gong Kkwaenggwari, die Sanduhrtrommel Janggu und die Fasstrommel Buk. Das sind die vier ältesten und prominentesten Perkussionsinstrumente Koreas, die mit schamanischem und bäuerlichem Volksbrauchtum eng verknüpft sind.

  last edited: Fri, 06 Aug 2021 17:59:57 +0200   
!! Vorläufig arbeiten wir im tr'ensemble-Training noch nicht an imbyino-Tänzen.






National University of Rwanda Ballet-FIAB part 1 2011_HomeCinema_HomeCinema.flv
by Mangouste Youtube Channel on YouTube

Der Begriff imbyino ist ein vom Verb kubyina abgeleitetes Substantiv mit einem breiten semantischen Feld: ein von Tanz begleitetes Lied vortragen; tanzen, indem man mit den Füßen zum Rhythmus eines vom Tänzer und/oder anderen gespielten Liedes auf den Boden schlägt. Das Substantiv imbyino kann also übersetzt werden mit "von Tanz begleitetes Volkslied".

Gesang und Tanz wurde am königlichen Hof praktiziert, woraus der so genannte umushagiriro-Tanz entstand, mit einem langsamen Tempo und gleitenden Schritten, im Allgemeinen weiblich, wobei auf die Eleganz der Gesten und Bewegungen und die Zurschaustellung des Körpers Wert gelegt wurde. Nach Meinung einiger Spezialisten für ruandische Choreographie ist dieses Lied eindeutig charakteristisch für die Tutsi-Musik mit ihrem Wunsch nach raffinierter Komplikation in den Tönen, den oft hohen Stimmen, der Ornamentik und der Melismatik.

Die andere Kategorie der imbyino-Gesänge ist die des sogenannten umudiho-Tanzes: ein Tanz, bei dem "die Füße mit einer bestimmten Kraft auf den Boden geschlagen werden", der je nach Tänzer und vor allem je nach Region variiert. Diese Variation macht das Tanzlied in Ruanda zu einem der reichsten Genres im musikchoreographischen Bereich. Sie profitiert von den Eigenschaften, die in den kulturellen Merkmalen jeder der drei Bevölkerungsgruppen Tutsi, Hutu und Twa enthalten sind. Es gibt ein Tanzlied im Tutsi-Stil, ein Tanzlied im Hutu-Stil und ein Tanzlied im Twa-Stil unter Berücksichtigung der angesprochenen Themen, der melodischen Textur und der Choreographie. Außerdem gibt es ein weibliches und ein männliches Tanzlied. Aber die reichste Variation ist die, die die Regionen betrifft. In der Tat haben die Regionen Ruandas jeweils eine bestimmte Anzahl von Merkmalen, die die Besonderheit des Tanzliedes der einen oder anderen Region bestimmen. Aus choreographischer Sicht und in Bezug auf die Regionen ist anzumerken, dass der umudiho-Tanz in zwei Kategorien unterteilt wird: die Schritte und starken Bewegungen des ikinimba-Tanzes, die in den Bergregionen des Landes zu finden sind (Ruhengeri, Gisenyi und Byumba im Norden und Kibuye-Gikongoro im Südwesten und Westen Ruandas). Und dann die der Schritte und Bewegungen, die im Rest Ruandas weniger betont werden und den Namen umudiho behalten. Da der Tanz außerdem eine Stilisierung der Aktivitäten und der Lebensweise der Gruppe ist, die ihn aufführt, haben wir :

  • Das Tanzlied mit Beschwörung und Wiedergabe bestimmter Gesten und Bewegungen, die mit der landwirtschaftlichen Lebensweise zusammenhängen.
  • Das Lied, das die pastorale Lebensweise evoziert, wobei sich die Themen des Liedes auf die Zucht der Kuh und ihren sozioökonomischen Wert beziehen.
  • Das Lied, das die Lebensweise von Kriegern mit Themen, die mit Siegen und Eroberungen zu tun haben, beschwört.
  • Lieder, die an die jagdliche Lebensweise erinnern: Obwohl diese Lebensweise der Vergangenheit angehört, beschwören einige Twa-Tanzpolyphonien sie mit Nostalgie.
  • Das Lied, dessen Rhythmus der von bestimmten Gewerken und sozioökonomischen Aktivitäten ist.
  • Rituelle Gesänge, insbesondere die der Lyangombe- und Nyabingi-Kulte.
Diese Aktivitäten und Lebensweisen werden von einer bestimmten Anzahl von Faktoren bestimmt, die mit der physischen Umwelt zusammenhängen: der Orographie, der Hydrographie, dem Klima oder dem sozialen Umfeld, denen sich die betreffende Gruppe stellen und die sie domestizieren musste, so dass ihr Tanz die Geschichte dieser Domestizierung widerspiegelt und erzählt, wie es dazu kam.

Themen und Inhalte von Tanzliedern


Im Bereich der imbyino-Tanzlieder erhalten die Schritte und Bewegungen eines jeden Tanzes ihren Wert als Ausdrucksform und werden erst durch das Lied, das ihnen Namen und Bedeutung gibt, zur Sprache. Der Name des Liedes, der Stil und die Melodie, die Bedeutung der gesungenen Worte, machen es möglich, die Tänze in die eine oder andere Domäne einzuordnen, sie mit dem einen oder anderen Thema zu verbinden.

In welchen Momenten tanzen wir in Ruanda? Die imbyino sind bei bestimmten Ereignissen im sozialen Leben der Ruander präsent. So ist ein imposantes Repertoire an Liedern und Tänzen mit Hochzeitszeremonien verbunden. Die Tanzlieder waren auch während des umuganura-Festes der ersten Früchte des Lebens, während der Nachtwachen nach Besuchen von Freunden und Familie, beim Trinken nach bestimmten Gemeinschaftstätigkeiten wie dem Pflügen, dem Decken einer Hütte mit Strohdach, nach einem Jagdausflug, während des Rituals der Familiengründung und der Namensgebung des Neugeborenen zu hören. Der imbyino-Tanz wurde auch bei bestimmten anderen Ritualen und Zeremonien am königlichen Hof und unter der Bevölkerung aufgeführt, bei bei letzterem der Tanz als rituelles Element eingesetzt wurde.

  last edited: Sat, 03 Jul 2021 15:33:33 +0200   
chondaraa 京太郎 (auch ninbujaa 念仏者 oder yanzayaa 万歳者 genannt) sind Menschen, die zu Neujahr, obon und anderen Anlässen, an denen es einen buddhistischen Gedenkgottesdienst gab, von Haus zu Haus gingen, festliche Lieder und nembutsu-Lieder sangen und manchmal eine Puppe namens futuki (Buddha) bei sich trugen, um ein Puppenspiel aufzuführen.
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Bei Beerdigungen wurden chondaraa hinzugezogen, um von morgens an Gongs und Trommeln zu spielen, sich dem Trauerzug anzuschliessen und vor dem Grab buddhistische Lieder zu singen. In folgender Abbildung sind sie als Schlusslicht der Prozession zu sehen.
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Wenn kein Mönch für die Beerdigung angefordert werden konnte, führte an seiner Stelle ein chondaraa die Rituale durch.
Die Gesänge und Künste der chondaraa wurden in eisa, kumi-odori und utageki integriert und trugen so wesentlich zur Entwicklung der Ryukyu- und okinawanischen darstellenden Künste bei.

In Naha gibt es den Stadtteil Annya Mura 行脚村 / 安仁屋村, von dem gesagt wird, dass bis zur Schlacht von Okinawa 1945 der chondaraa-Clan Shiidu 勢頭 dort residierte.

Quellen:

  last edited: Tue, 30 Mar 2021 18:40:52 +0200   
!! Vorläufig arbeiten wir im tr'ensemble-Training noch nicht an abatimbo-Tänzen.






Women Burundi Drummers
by Bruce Baker on YouTube

Die abatimbo-Trommeltänze sind schätzungsweise über 5 Jahrhunderte alt. Sie sind eine enthusiastische Darbietung, mit der früher das Volk von Burundi seine Könige zu verherrlichen pflegte. Die Monarchie selbst wurde durch die Trommel ingoma y'uburundi symbolisiert - der Name der Trommel bedeutet wörtlich "Königreich Burundi". In der Zeit des Königreichs von Burundi dienten diese Darbietungen ausschließlich der Unterhaltung der königlichen Familie. Doch als das Königreich 1966 von Premierminister Michel Micombero abgeschafft wurde, wurde der Tanz von der normalen Bevölkerung übernommen, da viele Leute von der Art und Weise, wie der Tanz Leben in ihren Alltag brachte, begeistert wurden. Ohne diese Kunstform gelten heute in Burundi gesellschaftliche Feiern wie Geburtsfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen usw. als unvollständig. Trommeln erfordern eine Gruppe von Trommlern - sie können nicht wie andere traditionelle Musikinstrumente von einer einzelnen Person gespielt und aufgeführt werden. Es war nur logisch, dass es seit dem Ende der Monarchie allen Burundern, Männern und Frauen, die innerhalb und außerhalb des Landes leben, erlaubt war, sie zu spielen. Auf diese Weise sind die burundischen Trommeln zu einem öffentlichen Raum des Ausdrucks von Freiheit geworden. Diese Freiheit wird jedoch durch ein präsidiales Dekret aus dem Jahr 2017 bedroht, das festschreiben will, wer burundische Trommeln spielen darf.

Burundi ist ein kleines Land mit etwa 8 Millionen Einwohnern, das im Osten Afrikas liegt. Trommeln haben eine wichtige symbolische Bedeutung im Leben der lokalen Bevölkerung. Früher war sie ein Mittel der Kommunikation. Auch bei Schlachten war die Trommel wichtig. Die Seite, die die Trommel des Gegners erbeutete, gewann die Schlacht. Die Trommel diente als Symbol für die Mutterschaft. Verschiedene Teile der Trommel haben Namen wie z.B. Brust oder Gebärmutter.

Die Trommel namens karyenda wird immer noch als heilig angesehen. Sie war das Symbol der ganzen Nation und ihrer Könige (mwami;). Die zweite wichtige Burundi-Trommel war die rukinzo. Beide Trommeln begleiteten die Könige bei allen Anlässen wie z.B. Krönungen.

Die Trommeln werden in Trommel-Heiligtümern aufbewahrt. Einige der berühmten Orte, die für diesen Zweck genutzt werden, sind der Gishora-Hügel, der Higiro-Hügel, der Magamba-Hügel und Banga. Hutu-Familien, die diese Heiligtümer bewachen, werden abatimbo (in der Kurundi-Sprache "Trommler, die hart schlagen") genannt. Sie bewachen nicht nur die Trommeln, sie bauen und spielen sie auch. Früher hatten sie die Pflicht, sie bei Bedarf an den königlichen Hof zu bringen.

Mehr zu abatimbo:
http://music.africamuseum.be/instruments/english/burundi/burundi.html
https://blogs.lse.ac.uk/africaatlse/2020/06/22/burundian-drumming-crossroads-heritage-commodification-legislation/
http://www.burundisafari.com/en/attractions/details/13/abatimbo-burundian-drummers/
https://ngaaliinflightmag.com/abatimbo-dance-an-intangible-cultural-heritage-of-humanity/
https://kwekudee-tripdownmemorylane.blogspot.com/2014/01/the-royal-drummers-of-burundi-drummers.html
https://globalgaz.com/royal-drummers-burundi/

  last edited: Wed, 17 Mar 2021 10:45:04 +0100   
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obon お盆 oder einfach bon 盆 ist ein festlicher Brauch, um die Geister der Vorfahren zu ehren. Dieser buddhistisch-taoistische Brauch (auch bekannt als "Geisterfest") gelangte in der Asuka-Zeit von China nach Japan und hat sich zu einem Feiertag entwickelt, bei dem die Leute die Ortschaften ihrer Vorfahren besuchen und dort unter anderem deren Gräber reinigen. Das Fest wird in Japan seit mehr als 500 Jahren gefeiert und beinhaltet traditionell Tänze, Trommeln, shinobue 篠笛, weitere Instumente und Gesänge in den Ortszentren. Es dauert drei Tage.

In Okinawa werden am obon die eisa-Tänze aufgeführt.

Das koreanische Pendant heisst baekjungnal 백중날.

Viele Stücke, die wir im tr'ensemble-Training lernen, sind lokale obon-Bräuche.

  last edited: Wed, 17 Mar 2021 10:43:37 +0100   


wadaiko 和太鼓 (wörtlich: japanische Trommel) ist ein Sammelbegriff für alle möglichen traditionellen japanischen Trommeln. Sie werden bei Festen, kabuki 歌舞伎, noh 能-Theaterstücken und Zeremonien an Schreinen und Tempeln usw. verwendet. Zusammen mit shinobue 篠笛-Flöten sind sie die Hauptbestandteile von bon-Tänzen. Im shintoistischen Bräuchen sind Trommeln seit dem Altertum weit verbreitet. Shintoistische Tänze (kagura 神楽) werden von Trommeln, shinobue und anderen Instrumenten begleitet. In Schreinen und Tempeln werden Trommeln als Mittel zur Kommunikation mit den Göttern und Geistern aufgestellt. Darüber hinaus kommen sie oft in dengaku 田楽 (bäuerliche rituelle Musik und Tänze), bei ländlichen religiösen Zeremonien (bei denen die Grenze zwischen Buddhismus und Shintoismus verschwimmt) und in itako イタコ (schamanistischen Ritualen) zum Einsatz.

Unterschiedliche Arten von wadaiko


Der Körper all dieser Trommeln besteht aus Holz und ist mit Lederpergament bespannt. Diejenigen, die mit einem bachi 桴 (Schlägel) angeschlagen werden, nennt man taiko 太鼓, während diejenigen, die mit der Hand angeschlagen werden, tsuzumi 鼓 heißen. Unter den genagelten taiko (byō-uchi-daiko 鋲打ち太鼓) ist die nagadō-daiko 長胴太鼓 (auch miya-daiko 宮太鼓 genannt) die bekannteste, unter den gebundenen (shime-daiko 締め太鼓) sind es die okedō-daiko 桶胴太鼓 und die tsuke-shime-daiko 附締太鼓.

Im gagaku 雅楽 (alte japanische Hofmusik) gibt es zwei Arten von Trommeln: die raku-daiko 楽太鼓, die von den Flötenspielern gespielt, und die dadaiko 大太鼓, die für den Tanz verwendet wird. Am Ende eines jeden Musikabschnitts wird ein Schlag auf der Trommel gespielt; sie ist also ein wichtiges Element, das die gesamte Aufführung strukturiert.

Im Buddhismus kommen je nach Sekte die uchiwa-daiko 団扇太鼓 oder die hōraku-daiko 法楽太鼓 zum Einsatz. Ansonsten werden im Buddhismus ausschließlich mokugyo 木魚 (fischförmiges Schlagholz), suzu 鈴 (Glocken), dora 銅鑼 (Gongs) und shōko 鉦鼓 (kleine Gongs) verwendet.

Geschichte


Ein mit einem Fell bespanntes Steingut wurde in Senseki in Chino, und eine Statue einer Person, die eine Trommel schlägt, wurde aus bei Maebashi-Tenjinyama in Sakai-machi ausgegraben, was darauf hindeutet, dass Trommeln in Japan während der Kofun-Zeit (spätes 3. bis 6. Jahrhundert) existierten.

Im Mittelalter blühte das musikalische Trommeln durch die Entwicklung der dengaku  und anderer Musikformen auf. In der Sengoku-Zeit (Zeit der Streitenden Staaten) benutzten kriegführende Feudalherren Taiko, um ihre Armeen anzuführen, und Jindaiko (Trommel-Gruppen) entstanden,  z. B. Takeda Shingens 21-köpfige Osuwa-Trommelgruppe.

In der Edo-Periode (1603-1868) wurden die Trommeln bei rituellen Veranstaltungen gespielt; ausserdem hielten Trommel-Liebhaber Treffen ab, nora-uchi のら打ち genannt, um gemeinsam zu trommeln.

In der frühen Showa-Periode (1930er Jahre) gab es taiko-Spielwettbewerbe, um sich in Trommeltechnik und -kunst zu messen. Die Trommelszene zum Höhepunkt des Films muhoumatsu no isshou 無法松の一生 liess den Film so populär werden, dass er mehrmals neu verfilmt wurde. Außerdem begannen lokale Trommler, für Inland-Touristen in Thermal-Kurorten aufzutreten.

Als Oguchi Daihachi 1951 die osuwa-daiko 御諏訪太鼓, die in der Meiji-Ära nicht mehr existierte, wieder herstellte, rief er den kumi-daiko 組太鼓-Stil ins Leben, bei dem nur eine kleine Anzahl von Trommlern spielt.

Seit den 1970er Jahren hat das Aufkommen und die Popularität professioneller wadaiko-Gruppen wie Ondekoza 鬼太鼓座 und Kodō 鼓童 zum Entstehen unzähliger Amateur-wadaiko-Gruppen in verschiedenen Teilen Japans geführt. Mit der finanziellen Unterstützung des 100 Millionen Yen teuren "Hometown Creation Project" und Lotteriesubventionen während der "Bubble Economy" wurde wadaiko zur Wiederbelebung von Städten und zur Förderung der Jugend eingesetzt.